Am Sonntag, dem 7. Dezember 2025 absolvierten 30 Studierende aus dem Studienprogramm Aquakultur der Universität Tadulako ein Feldpraktikum im Rahmen ihres Kurses über die endemischen aquatischen Biota der Insel Sulawesi. Dr. Samliok Ndobe, der Kurskoordinator, hatte den Poso-See für die Arbeit im Feld ausgewählt, weil er zwei Wochen zuvor einer Präsentation von Kurniawan Bandjolu (Ekspedisi Riset Akuatika Indonesia) beigewohnt hatte, die auf dem Campus der Universität Tadulako stattgefunden hatte und in deren Rahmen der Poso-See mit seinen endemischen aquatischen Biota vorgestellt wurde.
Die siebenstündige Reise von Palu nach Tentena wurde durch die natürliche Schönheit des Saluopa-Wasserfalls mehr als wettgemacht. Hier kampierten die Studierenden, Vortragenden und das Begleitpersonal.

Bevor das Feldpraktikum durchgeführt wurde, instruierten Dr. Samliok Ndobe und Kurniawan Bandjolu die Studierenden und stellten ein Manual zur Bestimmung der endemischen Arten des Poso-Sees vor, das von Markéta Rejlková (Sulawesi Keepers) und Diky Dwiyanto (Masyarakat Zoologi Wallacea) zusammengestellt worden war.
Das Praktikum umfasste Studien an zwei Orten, bei Batu Dua Leboni und am Saluopa-Wasserfall. In jeder Gruppe mussten die Studierenden endemische Fisch-, Garnelen-, Krabben-, Schnecken- und Muschelarten an den jeweiligen Locations beobachten, sammeln und bestimmen.


Bei Batu Dua Leboni sammelten die Studierenden erfolgreich mehrere Fische der Arten Oryzias nebulosus, Oryzias orthognathus, Oryzias nigrimas und Mugilogobius sarasinorum. Auch Krebstiere fanden sie, einige Exemplare der Garnele Caridina longidigita, eine nicht bestimmbare Caridina sowie Vertreter der Krabbenart Parathelphusa sarasinorum. An diesem Ort gesammelte Mollusken umfassten die Schneckenarten Tylomelania kuli, Tylomelania carbo, Tylomelania centaurus, Tylomelania toradjarum, zwei unbestimmte Tylomelania-Arten sowie die Muschelart Corbicula possoensis. Die Studierenden hatten viel Spaß an ihrem Feldpraktikum und waren mit ganzem Herzen dabei.

Eine der Studierenden, Nanda, war besonders zufrieden. Sie konnte sich mit eigenen Augen überzeugen, dass es immer noch viele Reisfische der Art Oryzias orthognathus gibt und war über die reiche Biodiversität des Sees überrascht. Sie hofft, dass der See in diesem Zustand erhalten und geschützt werden kann.

Beim Saluopa-Wasserfall sammelten die Studierenden Halbschnäbler Nomorhamphus celebensis und verschiedene Krebstiere wie Garnelen der Art Caridina schenkeli, Krabben der Art Parathelphusa possoensis und eine unbestimmte Krabbe. Die Schnecken, die hier gefunden wurden, gehörten der Art Tylomelania toradjarum an; weitere Schnecken der Gattung Tylomelania konnten nicht bis zu rArt bestimmt werden. Der Saluopa-Fluss beherbergt aktuell auch eine nicht heimische Fischart, Barbodes binotatus. Es ist nicht bekannt, wie die Tiere in den Fluss gelangt sind; sie haben jedoch Potential, invasiv zu werden.


Dr. Samliok Ndobe erklärte, wie wichtig es ist, unsere natürlichen Ressourcen zu schützen, und dass die Studierenden daher endemische, einheimische und fremde, potentiell invasive Arten erkennen und unterscheiden können. Insbesondere bedrohen die invasiven Fischarten Melanochromis auratus, Flowerhorn und Osteochilus vitattus die Integrität des Poso-Sees. Diese Arten leben in denselben Habitaten wie endemische Biota.
Kurniawan P. Bandjolu
