Im August 2025 organisierten wir eine halbtägige Aktion für unsere Freunde von den Speerfischern Luwu Timur, die sich um die Zucht von Sulawesigarnelen beziehungsweise endemischen Wirbellosen des Matano-Sees. Warum sind diese Details wichtig? Es geht uns zum einen gar nicht nur um Garnelen – sie sind zwar für Händler interessant, aber auch die kleinen Schnecken sind mittlerweile auf eine Zucht in einer sicheren Umgebung angewiesen (außer der Reichweite der invasiven Fischarten), und wir als Sulawesi Keepers möchten sie auf keinen Fall vernachlässigen. Zum anderen ist es sehr wichtig, dass die Arten aus dem Matano-See bei der Nachzucht streng separat gehalten werden.

Die Aktion fand direkt am Seeufer des Matano-Sees statt. Organisiert hatten sie die Sulawesi Keepers und Freunde von der Organisation Tarsius. Iqram übersetzte meinen Vortrag, in dem ich den großen Zusammenhang herstellte, wie die Nachfrage nach Wildfängen gegenüber Nachzuchten, oder wie Aufsammeln in den Habitaten mit dem Artenschutz übereingebracht werden kann. Beispiele umfassen das Piaba-Projekt im Amazonas, aber auch den nachhaltigen Fang von Meeresfischen in Korallenriffen hier in Indonesien. Unser Schlüsselwort ist nachhaltig!

In den vergangenen Jahren konnte ich selbst sehen, wie schwierig es ist, noch Caridina dennerli zu finden – und umgekehrt auch, wie einfach man Garnelen in sichere Steinpyramiden "locken" kann, die sie vor den invasiven Flowerhorns schützen und ihnen ein geeignetes Habitat ohne wuchernde Algen bieten. (Mehr dazu lest ihr in diesem Artikel.) Diese Steinpyramiden werden von Garnelenfängern gebaut, die die Tiere dort regelmäßig absammeln. Diese Art des Garnelenfangs ist definitiv nicht nachhaltig und trägt nur noch weiter zum drastischen Rückgang der Garnelen bei und verschärft das Risiko, dass die Arten aussterben.

Doch erinnern wir uns nun an die Vision der Sulawesi Keepers:
Unsere VISiON
Die Vielfalt der einheimischen Süßwasserfauna wird von lokalen Gemeinschaften geschätzt, die sie weiterhin nachhaltig nutzen.
Wir erkennen ihr Recht an, natürliche Ressourcen zu nutzen.
Aquarianer und Zoos agieren als verantwortungsvolle Halter bedrohter Arten.
Ex-situ-Populationen (in Gefangenschaft) werden verwaltet, um das Überleben der Art zu gewährleisten.
Ja, wir stehen hinter dem Recht der örtlichen Bevölkerung, die natürlichen Ressourcen für sich zu nutzen. Dazu ist jedoch das Fortbestehen der Arten eine Grundvoraussetzung. Von leergefischten Seen hat keiner etwas. Unsere Partner von den Speerfischern Luwu Timur sind keine Garnelenfänger – sie fangen invasive Fische aus den Seen und suchen nach weiteren Möglichkeiten, die einzigartige Biodiversität des Matano-Sees zu bewahren. Gefährdete Arten außer der Reichweite der gefräßigen invasiven Fische zu züchten erscheint plausibel, ist aber keine einfache Lösung.

Wir sprachen ausführlich darüber, was es braucht, um Sulawesigarnelen erfolgreich im Aquarium zu halten und warum sie so anspruchsvoll sind (bzw. wie perfekt sie auf die Bedingungen in den Seen angepasst sind, die absolut einzigartig und schwierig nachzustellen sind). Wir besprachen die richtige Zwischenhälterung und den Transport. Ein einheimischer Garnelenfänger mit langjähriger Erfahrung nahm ebenfalls teil.

Dank der Vorträge und Gespräche haben die Einheimischen nun ein besseres Verständnis für Marktbedarf und -Ansichten; sie wissen mehr über die Bedürfnisse der Tiere und konzentrieren sich nun noch intensiver auf den Schutz der Garnelen im See selbst. Wir besprachen einige Versuchsaufbauten, mit denen Bedrohungen wie invasive Fische und übermäßiges Algenwachstum besser verstanden und im Nachgang auch bekämpft werden können, während sich gleichzeitig der Fangdruck auf die überlebenden Wildpopulationen von Caridina dennerli reduziert. Nachhaltige Garnelenfarmen im See sind keine Utopie, sondern aktiver Artenschutz mit wirtschaftlichem Zusatznutzen.
Markéta Rejlková
