In einem unserer letzten Blogartikel berichtete ich von unserem Zusammentreffen mit Partnern der Gemeinschaften Spearfishing Luwu Timur und Tarsius im Sommer letzten Jahres. Dort sprachen wir über die Möglichkeiten einer Garnelenzucht direkt im See. Dies war jedoch nur ein Teil unserer Aktivitäten – Tarsius hatte noch etwas viel wichtigeres auf dem Programm. Es ging um die praktische Anschauung vom Fang invasiver Fische (Flowerhorns und Welse) zum Töten, Verarbeiten und zur Pelletproduktion als Geflügelfutter.
Der Fang wurde natürlich von der örtlichen Gemeinschaft Spearfishing Luwu Timur geliefert – es ist ihr See, und sie kämpfen aktiv gegen die Ausbreitung der invasiven Fischarten, die die einzigartige Biodiversität bedrohen. Diese Leute wissen, was sie tun – wir fuhren mit zweien ihrer Boote hinaus und beobachteten und dokumentierten ihre Arbeit.


Nach zwei intensiven Stunden kehrten wir zur Basis zurück, und der Fang wurde verarbeitet. All die Köpfe und dicken Gräten mussten entfernt werden. Insbesondere bei den Welsen war dies eine langwierige, mühsame Arbeit.


Die vorbereiteten Fische wurden zum Trocknen in die Sonne gelegt. Leider regnete es während der nächsten beiden Tage, sodass das Material für den letzten Tag des Workshops nicht richtig trocken wurde. Aber auch der Regen gehört zur Realität, und er lieferte uns einen guten Grund, über die Notwendigkeit eines Trocknungsofens für die Fische zu sprechen.

Der Workshop über die Verwendung der invasiven Fische bestand aus einem Theorie- und einem Praxisteil. Andere Dorfbewohner und Vertreter der Gemeinden am See nahmen ebenfalls teil. Sie können sich in der Zukunft ebenfalls an diesem Prozess beteiligen und können damit sowohl Geld verdienen, Jobs bereitstellen und gleichzeitig den See schützen.
Der theoretische Teil wurde durch zwei Vortragende der Universität Makassar (UNHAS) gestaltet. Der erste Vortrag zeigte Verwendungsmöglichkeiten für das Fischfleisch auf, wobei die Wahl auf Futterpellets für Geflügel fiel. Er zeigte die Nährwerte auf, die auch von den restlichen Zutaten abhängen, und auch die Notwendigkeit, diese hinzuzugeben. Der zweite Vortrag drehte sich um die sozioökonomischen Aspekte und die Organisation der Produktionskette. Die Vorträge fanden großen Anklang, und die Möglichkeit, die invasiven Fische zu wertvollem Hühnerfutter verarbeiten zu können, traf auf starkes Interesse und gab Anlass zu lebhaften Gesprächen.
Zum Abschluss konnten wir der Übergabe zweier Maschinen beiwohnen, die Tarsius der Speerfischer-Gemeinschaft spendete. Eine zermahlt die getrockneten Fische, die andere pelletiert die Futtermischung. Die anderen notwendigen Zutaten waren vor Ort erhältlich, und so konnten die Speerfischer direkt vollwertige Pellets herstellen und sie an Interessierte verteilen.


Alles in allem war das Treffen von Freundschaftlichkeit und Aufbruchsstimmung geprägt und gab eine klare Richtung für die Zukunft vor. Tarsius erhielt von Re:Wild finanzielle Unterstützung für diesen Workshop und insbesondere für ein Pilotprojekt: Mitglieder von Spearfishing Luwu Timur fangen ein Jahr lang in bestimmten Zonen die invasiven Fische, und die Auswirkungen auf die Vorkommen der Tiere dort werden konstant erfasst. Ein Jahr ist sicherlich nicht ausreichend, jedoch sind die finanzielle Unterstützung und die Möglichkeit, den Fang als Hühnerfutterpellets zu vermarkten, ein starker Anreiz für die Einheimischen, ihre Aktivitäten zum Schutz des Matano-Sees zu intensivieren.

Die Sulawesi Keeper unterstützten den Workshop, indem wir die Kosten für die beiden Vortragenden der UNHAS übernahmen (Anreise, Übernachtung und Honorar, insgesamt 380 EUR). Diesen Beitrag konnten wir dank der großzügigen Unterstützung des AKWB und MEGAZOO & Friends leisten.
Markéta Rejlková
